Nach Deutschland: Kommt die Zuckersteuer 2026 auch nach Österreich?

Softdrinks könnten deutlich teurer werden. Während viele Menschen noch immer unter hohen Lebensmittelpreisen leiden, diskutieren Experten und Politiker bereits über eine neue Abgabe auf zuckerhaltige Getränke. Befürworter sprechen von Gesundheitsvorsorge und zusätzlichen Einnahmen für den Staat. Kritiker warnen hingegen vor höheren Preisen, Belastungen für Familien und neuen Problemen für die heimische Wirtschaft. Noch gibt es in Österreich keine Zuckersteuer. Die Diskussion darüber läuft allerdings längst. Ausführliche Informationen lesen Sie hier auf Finanz & Recht | Österreich.

Deutschland plant ab 2028 eine Zuckersteuer. Jetzt wächst auch in Österreich die Angst vor teureren Softdrinks.

Die Zuckersteuer wird in Österreich bereits intensiv diskutiert

Seit Herbst 2024 steht eine mögliche Zuckersteuer nach britischem Modell zunehmend im politischen und wirtschaftlichen Fokus. Dabei geht es um eine zusätzliche Abgabe auf stark zuckerhaltige Softdrinks.

Vor allem im Zusammenhang mit dem Budgetdefizit taucht die Idee immer häufiger auf. Eine solche Steuer könnte dem Staat zusätzliche Einnahmen bringen und gleichzeitig den Zuckerkonsum senken. Genau das argumentieren Befürworter der Maßnahme.

Rechtsanwalt Peter Harlander Peter Harlander
Harlander & Partner Rechtsanwälte
„Eine Zuckersteuer mag gesundheitspolitisch gut gemeint sein, am Ende stellt sich aber immer auch die Frage, ob dadurch tatsächlich das Ernährungsverhalten verbessert wird oder ob für die Bevölkerung einfach nur der Alltag teurer wird.“

Lebensmittelbranche schlägt Alarm

Die heimische Lebensmittelindustrie warnt vor erheblichen Folgen für Unternehmen und Konsumenten. Die Branche kämpft bereits jetzt mit hohen Energiepreisen, steigenden Lohnkosten und wachsendem internationalen Druck.

Eine zusätzliche Zuckersteuer könnte laut Wirtschaftskreisen genau jene Unternehmen weiter belasten, die ohnehin unter massivem Kostendruck stehen. Besonders betroffen wären Getränkehersteller, Zuckerproduzenten und Landwirtschaftsbetriebe.

Cola und Softdrinks könnten deutlich teurer werden

Besonders spürbar wäre die Steuer vermutlich direkt im Supermarkt. Laut Berechnungen könnte sich ein Liter Cola je nach Zuckergehalt um mehr als 20 % verteuern.

Gerade in Zeiten hoher Inflation sorgt das für Kritik. Denn steigende Lebensmittelpreise treffen vor allem einkommensschwächere Haushalte besonders hart.

Kritiker warnen außerdem davor, dass Konsumenten ihre Einkäufe einfach ins Ausland verlagern könnten. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen bereits ähnliche Entwicklungen. In Belgien kaufen viele Menschen Getränke inzwischen gezielt jenseits der Grenze ein, um die dortige Softdrinksteuer zu umgehen.

Befürworter sehen Gesundheitsvorteile

Trotz der Kritik gewinnt die Zuckersteuer europaweit zunehmend Unterstützung. Befürworter verweisen auf steigende Gesundheitskosten durch Übergewicht und hohen Zuckerkonsum.

Vor allem Kinder und Jugendliche konsumieren laut Experten oft deutlich mehr Zucker als empfohlen. Höhere Preise könnten deshalb den Konsum senken und langfristig gesundheitliche Probleme reduzieren.

Jetzt entfacht Deutschland die nächste Debatte

Zusätzliche Dynamik erhält das Thema derzeit durch Deutschland. Dort wird eine Zuckersteuer aktuell intensiv diskutiert. Gesundheitsexperten, Politiker und Verbraucherschützer fordern immer häufiger strengere Maßnahmen gegen stark gezuckerte Getränke.

Noch gibt es keine endgültige Entscheidung. Dennoch beobachten viele Experten die deutsche Diskussion genau. Denn sollte Deutschland tatsächlich eine Zuckersteuer einführen, könnte der Druck auf Österreich ebenfalls steigen.

Damit rückt eine Frage immer stärker in den Mittelpunkt: Wird die Zuckersteuer früher oder später auch in Österreich Realität?

Zuletzt geändert: 26.08.2026
Autor Dr. Mariella Stubhann, MPM MBA
Beruf: Medieninhaberin, Chefredakteurin, Juristin
Gratis Erstgespräch: jetzt buchen
Dr. Mariella Stubhann, MPM MBA, ist Herausgeberin und Chefredakteurin von Finanz & Recht | Österreich. Ihre journalistischen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Recht, Finanzen, Steuern und Soziales.

Die Redaktion

Dr. Mariella Stubhann MPM MBA Dr. Mariella Stubhann MPM MBA
Herausgeberin, Wirtschaftsjuristin
Finanzen, Steuern, Soziales
Rechtsanwalt Peter Harlander Mag. Peter Harlander
Herausgeber, Rechtsanwalt
Recht
Vertrag widerrufen