Betrunken radeln kostet manchmal mehr als die ganze Barrechnung
Viele halten das Fahrrad nach ein paar Gläsern Alkohol für die sichere Alternative zum Auto. Genau dieser Gedanke kann allerdings teuer werden und im schlimmsten Fall sogar den Führerschein kosten. Denn in Österreich gelten auch am Fahrrad klare Alkoholgrenzen. Und die Folgen überraschen viele deutlich mehr als die eigentlichen Strafen, lesen Sie hier auf Finanz & Recht | Österreich.
Warum Alkohol am Fahrrad oft unterschätzt wird
Während die meisten die Risiken von Alkohol am Steuer kennen, denken viele beim Fahrradfahren deutlich lockerer darüber. Dabei steigt das Unfallrisiko bereits ab geringen Mengen Alkohol massiv an. Schon bei 0,5 Promille verdoppelt sich statistisch die Gefahr eines Unfalls. Ab 0,8 Promille wird die Situation noch deutlich kritischer.
Trotzdem glauben viele, dass am Fahrrad fast alles erlaubt sei. Genau das stimmt nicht.
Peter HarlanderHarlander & Partner Rechtsanwälte „Viele unterschätzen, dass Alkohol am Fahrrad rechtlich keineswegs harmlos ist. Gerade hohe Promillewerte oder wiederholte Verstöße können dazu führen, dass Behörden die Verkehrszuverlässigkeit infrage stellen. Im schlimmsten Fall drohen dann nicht nur hohe Geldstrafen, sondern sogar Konsequenzen für den Führerschein.“
Ab wann Radfahren in Österreich teuer wird
Die gesetzliche Grenze liegt in Österreich am Fahrrad bei 0,8 Promille.
Wer darüber liegt, muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Bereits ab diesem Wert drohen Strafen zwischen € 800,00 und € 3.700,00.
Mit steigender Alkoholisierung wird es deutlich teurer:
- Ab 1,2 Promille: € 1.200,00 bis € 4.400,00
- Ab 1,6 Promille: € 1.600,00 bis € 5.900,00
- Verweigerung des Alkotests: bis zu € 5.900,00
Besonders heikel: Auch Drogen am Fahrrad können ähnliche Konsequenzen auslösen.
Die eigentliche Überraschung betrifft den Führerschein
Viele glauben, dass Alkohol am Fahrrad zwar teuer werden kann, aber nichts mit dem Autoführerschein zu tun hat. Genau hier liegt einer der größten Irrtümer.
Unter bestimmten Umständen kann alkoholisiertes Fahrradfahren tatsächlich Auswirkungen auf den Führerschein haben. Vor allem dann, wenn jemand wiederholt betrunken am Fahrrad erwischt wird oder eine massive Alkoholisierung vorliegt.
Die Behörden können daraus schließen, dass die sogenannte Verkehrszuverlässigkeit fehlt. Und genau das kann im schlimmsten Fall zum Führerscheinentzug führen.
Warum selbst ohne Unfall Probleme drohen
Besonders überraschend: Nicht erst ein Unfall macht die Situation gefährlich.
Bereits eine Polizeikontrolle kann ausreichen, damit ein Verfahren startet. Zusätzlich können Nachschulungen oder Verkehrscoachings angeordnet werden.
Auch versicherungsrechtlich kann es kompliziert werden. Kommt es alkoholisiert zu einem Unfall, drohen Diskussionen über Haftung und Kostenübernahmen.
Warum gerade E-Bikes zum Problem werden können
Besonders unterschätzt wird Alkohol mittlerweile bei E-Bikes. Denn viele Menschen empfinden die elektrischen Fahrräder eher als gemütliche Fortbewegungsmittel und vergessen dabei, wie schnell diese Fahrzeuge tatsächlich unterwegs sind.
Gerade bei höheren Geschwindigkeiten verlängert Alkohol die Reaktionszeit massiv. Schon kleine Fahrfehler können dadurch schwere Folgen haben. Vor allem nachts steigt das Risiko zusätzlich, weil Sicht, Gleichgewicht und Aufmerksamkeit gleichzeitig schlechter werden.
Die Kombination aus Alkohol, Geschwindigkeit und dichtem Verkehr sorgt deshalb immer häufiger für schwere Fahrradunfälle.
Was viele bei Polizeikontrollen nicht wissen
Auch Fahrradfahrer können jederzeit kontrolliert werden. Wirkt eine Person auffällig oder fährt unsicher, darf die Polizei einen Alkotest durchführen.
Besonders heikel wird es, wenn der Test verweigert wird. Denn genau wie beim Autofahren kann die Verweigerung deutlich teurer werden als ein positives Ergebnis.
Viele unterschätzen außerdem, dass bereits Schlangenlinien, riskante Fahrmanöver oder ein kleiner Unfall ausreichen können, damit eine Kontrolle überhaupt stattfindet.