Weniger Steuer auf Lebensmittel: Was sich ab Juli an der Supermarktkasse ändern könnte

Österreich senkt die Mehrwertsteuer auf wichtige Lebensmittel. Was billiger werden soll und warum trotz der Unsicherheit bleibt, lesen Sie hier auf Finanz & Recht | Österreich.

Ab Juli soll weniger Steuer auf wichtige Lebensmittel fällig werden. Welche Produkte betroffen sind und warum nicht alles billiger wird.

Österreich senkt die Umsatzsteuer: Bei diesen Lebensmitteln könnte der Preis ab Juli spürbar fallen

An der Supermarktkasse könnte sich bald etwas ändern. Nicht bei jedem Einkauf, nicht bei jedem Produkt und wohl auch nicht überall sofort. Doch bei einigen Lebensmitteln des täglichen Bedarfs steht Österreich vor einer Steueränderung, die viele Haushalte direkt betreffen kann.

Der Nationalrat soll am Donnerstag, dem 21. Mai 2026, die Senkung der Umsatzsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel beschließen. Der bisherige Satz von zehn Prozent soll für bestimmte Produkte auf 4,9 Prozent fallen. Ab 1. Juli 2026 sollen die niedrigeren Steuern dann gelten.

Rechtsanwalt Peter Harlander Peter Harlander
Harlander & Partner Rechtsanwälte
„Die Senkung der Umsatzsteuer wirkt auf den ersten Blick klein, kann aber dort spürbar werden, wo viele Haushalte den Preisdruck täglich merken: beim Einkauf von Grundnahrungsmitteln.“

Der kleine Steuersatz mit großer Wirkung

Auf den ersten Blick wirkt die geplante Änderung wie ein trockener Steuerbeschluss. Tatsächlich könnte sie aber direkt im Alltag spürbar werden, nämlich dort, wo viele Menschen die hohen Preise besonders stark merken: beim Einkauf von Grundnahrungsmitteln.

Günstiger besteuert werden sollen unter anderem Milch, Butter, Eier, Reis, Weizenmehl, Nudeln und Brot. Auch zahlreiche Gemüsesorten, Tiefkühlgemüse sowie gängiges Steinobst und Kernobst sollen unter die neue Regel fallen. Dazu gehören etwa Äpfel.

Der bisherige Steuersatz von zehn Prozent soll bei diesen Produkten auf 4,9 Prozent sinken. Das klingt nach einer kleinen Zahl, hat politisch aber Gewicht. Denn die Entlastung kostet den Staat nach aktuellen Angaben rund € 400 Millionen pro Jahr.

Nicht alles im Einkaufswagen wird billiger

Genau hier wird es spannend: Die Steuersenkung betrifft nicht automatisch jedes Lebensmittel im Supermarkt. Wer damit rechnet, dass der komplette Wocheneinkauf auf einen Schlag deutlich billiger wird, dürfte daher zu viel erwarten.

Begünstigt werden nur bestimmte Grundnahrungsmittel. Fleisch, Wurst und einzelne Obstgruppen wie Beerenobst fallen nach bisherigen Informationen nicht allgemein unter den neuen Steuersatz von 4,9 Prozent.

Dadurch entsteht im Supermarkt eine klare Grenze. Brot kann unter die Steuerbegünstigung fallen, während andere Produkte im selben Regal nicht betroffen sind. Auch Milch kann günstiger besteuert werden, während verarbeitete Lebensmittel je nach Zusammensetzung anders eingestuft werden können.

Gerade darin liegt die Unsicherheit. Ein niedrigerer Steuersatz heißt nicht automatisch, dass jeder einzelne Preis im gleichen Ausmaß sinkt.

Diese Produkte stehen besonders im Fokus

Nach den bisher bekannten Informationen sollen vor allem Lebensmittel des täglichen Bedarfs begünstigt werden. Dazu gehören insbesondere:

Die zentrale Botschaft: Die Senkung betrifft nicht Luxusprodukte, sondern alltägliche Lebensmittel. Genau deshalb kann die Maßnahme im Alltag spürbar werden, auch wenn der Effekt pro einzelner Packung überschaubar bleibt.

Die große offene Frage bleibt die Gegenfinanzierung

Die Entlastung an der Supermarktkasse hat einen hohen Preis. Nach aktuellen Angaben kostet die Senkung der Umsatzsteuer rund € 400 Millionen pro Jahr. Noch offen ist allerdings, wie diese Summe dauerhaft finanziert werden soll.

Im Gespräch ist unter anderem eine Paketabgabe. Sie soll einen Teil der Einnahmen bringen, befindet sich aber bisher nicht in der finalen Umsetzung. Damit bleibt ein wichtiger Teil des Plans vorerst unsicher.

Genau deshalb hat die Maßnahme auch eine politische Kehrseite. Grundnahrungsmittel sollen zwar günstiger werden, doch die fehlenden Steuereinnahmen muss der Staat an anderer Stelle wieder hereinholen. Was an der Kassa entlastet, könnte daher an einem anderen Punkt neue Kosten verursachen.

Der entscheidende Satz für den Einkauf ab Juli

Ab 1. Juli 2026 sollen ausgewählte Grundnahrungsmittel in Österreich nur noch mit 4,9 Prozent Umsatzsteuer belastet werden. Das betrifft unter anderem Milch, Butter, Eier, Reis, Mehl, Nudeln, Brot, viele Gemüsesorten und bestimmte Obstsorten.

Doch der Preisrutsch kommt nicht automatisch bei jedem Produkt an. Entscheidend bleibt, welche Waren exakt unter die Regel fallen, wie schnell Betriebe ihre Systeme umstellen und ob der Handel die Steuerentlastung vollständig weitergibt.

Die Senkung der Umsatzsteuer in Österreich könnte damit ein spürbarer Vorteil beim Einkauf werden. Aber erst ab Juli zeigt sich, wie viel davon wirklich an der Kassa ankommt.

Zuletzt geändert: 16.06.2026
Autor Dr. Mariella Stubhann, MPM MBA
Beruf: Medieninhaberin, Chefredakteurin, Juristin
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Dr. Mariella Stubhann, MPM MBA, ist Herausgeberin und Chefredakteurin von Finanz & Recht | Österreich. Ihre journalistischen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Recht, Finanzen, Steuern und Soziales.

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